ChatGPT Werbung kommt: Das neue Werbefenster – und warum Vorbereitung jetzt zählt

von
Artur Bratchenko
11/2/2026
ChatGPT Werbung

OpenAI hat es offiziell gemacht: Werbung in ChatGPT ist nicht mehr “irgendwann vielleicht”, sondern wird in den kommenden Wochen getestet.

Für Unternehmen ist das eine seltene Situation: Ein potenziell riesiger neuer Touchpoint entsteht – bevor sich Prozesse, Best Practices und „Standard-Playbooks“ festfahren.

Das klingt nach Zukunft. In Wirklichkeit ist es ein sehr aktuelles Timing-Thema.

Was OpenAI angekündigt hat (kurz, konkret, relevant)

OpenAI plant, in den USA Werbung für Free und ChatGPT Go zu testen – zunächst für angemeldete Erwachsene.

Die wichtigsten Leitplanken dabei:

  • Ads beeinflussen nicht die Antworten. Anzeigen sind separat und klar gekennzeichnet.
  • Platzierung: zum Start am Ende von Antworten, wenn ein relevantes gesponsertes Produkt oder eine Dienstleistung zum aktuellen Gespräch passt.
  • Paid-Tiers: Plus/Pro/Business/Enterprise sollen ohne Werbung bleiben.

Und zur Einordnung der Dimension: Medien berichten von 800+ Mio. Nutzer:innen, wobei der Großteil kostenlos nutzt.

Warum das ein anderer Kanal ist (und kein “Google Ads 2.0”)

Der wichtigste Unterschied ist nicht das Format – sondern der Moment.

ChatGPT ist kein Feed, in dem man Aufmerksamkeit „kauft“. Es ist ein Entscheidungsraum: Menschen kommen mit einem konkreten Anliegen, wollen Optionen sortieren, Risiken abklopfen, Abkürzungen finden.

Wenn Werbung hier funktioniert, dann nicht über Lautstärke, sondern über Relevanz + Vertrauen. Genau deshalb betont OpenAI so stark die Unabhängigkeit der Antworten und die Trennung von Ads und Inhalt.

Wenn Kaufentscheidungen in der KI beginnen

Im B2C wird die spannendste Verschiebung oft unterschätzt: Viele Menschen starten nicht mehr mit „Shop besuchen“, sondern mit:

„Was ist für mich die beste Wahl?“

Wenn du später „chatgpt werbung schalten“ kannst, wird der Wettbewerb nicht erst dann beginnen – er beginnt in dem Moment, in dem Nutzer sich bereits an bestimmte Marken als “naheliegend” gewöhnen.

Für B2C-Unternehmen eröffnet das die Möglichkeit, genau dort sichtbar zu werden, wo Kaufentscheidungen vorbereitet werden. Nicht zwischen Katzenvideos oder Story-Ads, sondern in einem Umfeld mit hoher Aufmerksamkeit und echtem Bedarf.

Schon gesehen? ChatGPT Shopping verändert gerade, wie Produkte entdeckt werden

Viele haben es noch nicht auf dem Radar, aber ChatGPT testet bereits eine Shopping-Funktion. Nutzer können Produkte vergleichen, Empfehlungen erhalten und sich gezielt durch Optionen führen lassen – direkt in der Konversation, noch bevor ein klassischer Shop oder Marktplatz besucht wird.

Für E-Commerce-Unternehmen ist das hochrelevant: Produkte werden nicht mehr nur gesucht, sondern vorausgewählt. Kriterien wie Preis, Use Case, Bewertungen oder Alternativen fließen in die KI-Empfehlung ein. Wer hier nicht auftaucht, findet später oft gar nicht mehr statt.

High-Intent statt Cold Outreach

Im B2B kann ChatGPT-Werbung sogar noch relevanter werden, weil KI längst nicht mehr nur „Recherche-Tool“ ist, sondern in vielen Unternehmen in den Arbeitsprozess wandert: Mitarbeitende nutzen generative KI am Arbeitsplatz bereits in großem Umfang (Microsoft/LinkedIn sprechen von 75% Knowledge Workern, die KI bei der Arbeit einsetzen).

Parallel zeigt sich: Organisationen nutzen KI zunehmend regelmäßig – aber oft noch nicht tief genug in Workflows, was genau diese Übergangsphase so spannend macht. Dadurch entstehen B2B-Momente mit extrem hohem Intent: Tool-Auswahl, Vendor-Shortlists, RFP-Vorbereitung, Budgetargumentation, Risikoabwägung („Was passt zu unserer Teamgröße, Branche, Compliance, Integrationen?“).

B2B ist hier weniger “Traffic-Spiel”, mehr Credibility-Spiel.

Wichtig für die Einordnung: OpenAI will Ads zunächst bei Free und ChatGPT Go testen, während Pro/Business/Enterprise werbefrei bleiben sollen. Das macht B2B aber nicht kleiner – im Gegenteil: Viele Entscheider:innen und Teams recherchieren früh (und oft außerhalb der offiziellen Toolchain) über frei verfügbare Oberflächen, bevor IT überhaupt eingebunden ist. Wer als Anbieter jetzt vorbereitet ist (Messaging, Proof, klare „Warum wir“-Position), wird in KI-gestützten Shortlists schneller „verständlich“ – und genau da gewinnt man B2B-Deals.

Was sich jetzt schon testen lässt

Als Performance Marketing Agentur denken wir nicht in Hypes, sondern in Hypothesen: Was lässt sich beobachten, messen, iterieren?

Auch wenn die Werbeformate noch getestet werden, kann man heute schon die Grundlage für spätere Effizienz legen:

  • Message-Market-Fit für KI-Kontext: Welche Aussagen funktionieren im Beratungsmodus?
  • Offer-Design: Welche Angebote sind so klar, dass sie KI-typische “Vergleichsfragen” gewinnen?
  • Landingpage-Readiness: Schnell, glaubwürdig, strukturiert – weniger Werbetext, mehr Proof.
  • Measurement-Plan: Wie tracken wir Assisted Conversions, Brand-Search-Uplift, Lead-Quality?

Das ist der Unterschied zwischen “später schnell Ads buchen” und “später skalieren können”.

Sichtbarkeit, bevor Ads überhaupt dominieren

Noch bevor KI-Werbung zu einem eigenständigen, skalierbaren Marketingkanal wird, können Unternehmen bereits jetzt entscheidende Grundlagen legen. Denn KI-basierte Such- und Antwortsysteme bewerten Inhalte, Marken und Anbieter lange bevor Anzeigenformate dominieren.

Sichtbarkeit in diesen Systemen entsteht nicht erst durch bezahlte Platzierungen, sondern durch klare Einordnung, Relevanz und Konsistenz. Unternehmen, die heute bereits in KI-Antworten sinnvoll erscheinen, sichern sich einen Vorsprung – unabhängig davon, wann und wie Werbeformate ausgerollt werden.

Als GEO Agentur / KI SEO Agentur verstehen wir diesen Prozess als strukturiertes Handwerk, nicht als Trendthema. 

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